Kompaktkurs Traumatischer Stress und Narrative Expositionstherapie im Online-Format (eNET)

Inhalt 

Leitende Idee
Traumatische Stressoren, also transiente Bedrohungen und sozialer Ausschluss bis hin zu chronischen Stressoren unsicherer Umwelten hinterlassen nicht nur im mentalen Gedächtnis Spuren, sondern verändern das Wesen des Menschen. Trauma färbt Wahrnehmung, Denken und Fühlen und manipuliert deren physiologische Basis. Verändertes Verhalten ist die Folge. Wenn die gesamte Belastung zu hoch wird, ist eine Anpassung nicht mehr positiv möglich, es kommt zur Vermischung der Bedrohungserlebnisse. Diese werden nicht mehr als spezifische Ereignisse abgespeichert, sondern verlieren die Zuordnung zu Ort und Zeit. Erinnerungen werden so als Bedrohungen in der Gegenwart wahrgenommen. Die Folgen sind seelisches Leid und Funktionsverlust, was sich in psychischen wie somatischen Krankheitsbildern äußert.

Die Narrative Expositionstherapie (NET) hilft, diese maladaptiven Gedächtnisstrukturen neu zu organisieren. Im Rahmen der NET erstellt die PatientIn mit Unterstützung der TherapeutIn einen chronologischen Bericht über ihre/seine Lebensgeschichte mit Schwerpunkt auf den lebensbedrohenden Erfahrungen. Lückenhafte episodische Angaben zu den traumatischen Erlebnissen werden mithilfe der imaginativen Wiedererfahrung sensorischer, emotionaler, kognitiver und körperlicher Erinnerungen und deren Bedeutung in kohärente Lebensgeschichten überführt.

Von besonderer Wichtigkeit sind die Bedeutungszusammenhänge innerhalb der Lebensgeschichte. Deshalb wird eine Narration über die erregendsten und prägendsten Lebensereignisse in der Zusammenschau des Entwicklungsverlaufes der Person erstellt. In der NET kommt es so, während die Szenen aus der Vergangenheit aufleben, zum Erkennen der eigenen Geschichte und somit zu einer Würdigung der Person und ihrer Biographie und einem Verständnis für das resultierende eigene Verhalten und Gefühlsspektrum und über den wertschätzenden therapeutischen Kontakt zu korrigierenden Beziehungserfahrungen.

Ihr Kompetenzgewinn
Nach Teilnahme am Kompaktkurs

  • können Sie die Verteidigungskaskade erläutern und sind in der Lage, das ätiologische Modell von Traumafolge-Störungen zu skizzieren und daraus Behandlungsansätze nachvollziehen,
  • können Sie Checklisten für belastende Erlebnisse anwenden,
  • haben Sie dies selbst durchgeführt und sind in der Lage, eine Diagnostik von PTSD und depressiven Symptomen vorzunehmen,
  • haben Sie im Selbsterfahrungsteil biographische Arbeit anhand der Lifeline kennen gelernt und den Kern einer traumafokussierten Behandlung praktisch miterlebt.


Lehr- und Lernmethoden

  • Präsentation mit Folien
  • Übungen mit psychometrischen Instrumenten
  • Selbsterfahrung
  • Rollenspiel in Abhängigkeit der SARS-Cov-2-bedingten Einschränkungen
Voraussetzungen 
Sie arbeiten beispielsweise als PflegerIn oder SozialarbeiterIn
Bildungszeit 
Anforderungen des Bildungszeitgesetzes Baden-Württemberg sind erfüllt
Ihre Investition 
750 EUR
Termin 
14.10.2021 09:30 bis 17:00
15.10.2021 09:30 bis 17:00
16.10.2021 09:30 bis 17:00
Dauer 
3 Studientage